Profil
Immer dasselbe Problem, in wechselnder Gestalt
Ich habe in München Kommunikationswissenschaft studiert, zu einer Zeit, als in Deutschland das hochauflösende Fernsehen eingeführt wurde. Meine Studienarbeit handelte davon. Rückblickend war das schon die Frage, die mich seither begleitet: Eine Technologie ist da — aber niemand weiss, wer für sie zuständig ist.
Davor hatte ich Kameramann gelernt. Nach dem Studium habe ich als Filmemacher und Produzent gearbeitet, mit Produktionsfirmen, in Regie, Schnitt und Redaktion. Das war keine Vorstufe, sondern die Grundlage: Wer Filme produziert, lernt, verschiedene Gewerke auf ein gemeinsames Ergebnis zu verpflichten, unter Zeitdruck, mit begrenztem Geld und ohne Weisungsbefugnis über die meisten Beteiligten. Verbandsarbeit ist dem ähnlicher, als man denkt.
Ab 1993 habe ich in Medienunternehmen die ersten Multimedia-Bereiche aufgebaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass eine ganze junge Branche entstand, die keine gemeinsame Stimme hatte. Es gab niemanden, den die Politik hätte fragen können, und niemanden, der für die Branche hätte antworten dürfen. 1995 habe ich deshalb den Deutschen Multimedia Verband initiiert und mitgegründet.
Neun Jahre habe ich ihn als Geschäftsführer geführt, acht davon zusätzlich als Vizepräsident, später im Gesamtvorstand. Aus einem Zusammenschluss weniger Agenturen wurde die Vertretung der digitalen Wirtschaft in Deutschland; im Jahr 2000 wurde er zum Verband des Jahres gewählt. 2004 haben wir ihn zum Bundesverband Digitale Wirtschaft umgebaut und umbenannt. Als diese Reform abgeschlossen war, bin ich gegangen. Der Verband hat mich danach zu seinem ersten Ehrenmitglied ernannt.
Was danach kam, folgt demselben Muster. Als das Internet an die Grenzen seines Adressraums stiess, gehörte ich zu den Gründern des Deutschen IPv6-Rats — ein Thema, das keine Öffentlichkeit hatte und trotzdem eine Instanz brauchte. Seit 2003 verantworte ich ehrenamtlich die deutsche Vorauswahl des World Summit Award und sitze im internationalen Board of Directors; daraus ist über zwei Jahrzehnte ein Netzwerk aus Juroren und Projekten in über hundert Ländern geworden. Und seit 2024 bin ich Gründungsmitglied und Beirat des Bundesverbands Green Software, weil die Frage, wieviel Energie Software verbraucht, gerade denselben Punkt erreicht hat, an dem Multimedia 1995 stand.
Parallel dazu habe ich immer unterrichtet — seit 1994 an der Filmakademie Baden-Württemberg, ab 1996 mit einem Lehrauftrag an der Universität Siegen. Und ich habe in Unternehmen gearbeitet, in Medien, Energie, Telekommunikation, Automobil und in E-Government-Projekten. Beides hält die Verbandsarbeit ehrlich: Lehre zwingt zur Klarheit, operative Verantwortung zur Wirklichkeit.
Ich bin 1964 im böhmischen Weipert geboren und lebe seit 1968 in Deutschland, heute in Berlin. Ich arbeite auf Deutsch und Englisch gleichermassen, spreche Tschechisch und komme im Französischen zurecht.
Stationen
- 1984 – 1990 Kommunikationswissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München (M.A.) — Studienschwerpunkt zur Einführung von HDTV in Deutschland. Zuvor Ausbildung zum Kameramann.
- ab 1990 Produktionsfirmen, danach selbstständiger Filmemacher und Produzent — Produktmanagement, Regie, Schnitt, Redaktion.
- ab 1993 Aufbau von Multimedia-Bereichen in Medienunternehmen.
- seit 1994 Lehrtätigkeit an der Filmakademie Baden-Württemberg; ab 1996 zusätzlich Lehrauftrag an der Universität Siegen.
- 1995 – 2004 Deutscher Multimedia Verband (dmmv), ab 2004 BVDW — Initiator, Mitgründer und Geschäftsführer; acht Jahre Vizepräsident, später Mitglied des Gesamtvorstands. Verband des Jahres 2000; erstes Ehrenmitglied.
- — Mitgründer des Deutschen IPv6-Rats.
- seit 2003 World Summit Award — Board of Directors; Vorsitz des deutschen Nominierungskomitees (WSA Germany), ehrenamtlich.
- seit 2022 Circet Deutschland — Innovation, Entwicklung und CSR.
- seit 2024 Bundesverband Green Software e.V. — Gründungsmitglied und Beirat.